Kartoffeln richtig lagern, damit sie nicht keimen oder grün werden
Licht begünstigt grüne Stellen, Wärme beschleunigt das Keimen und eingeschlossene Feuchtigkeit kann Verderb fördern. Deshalb kommt es bei Kartoffeln weniger auf einen bestimmten Behälter als auf das Zusammenspiel aus Temperatur, Dunkelheit, Trockenheit und Luftzirkulation an. Auch ohne klassischen Kartoffelkeller lässt sich die Lagerung verbessern, wenn der kühlste geeignete Platz im Haushalt genutzt und nur eine passende Menge bevorratet wird.
Kartoffeln lagern am besten kühl, dunkel, trocken, frostfrei und gut belüftet. Das Bundeszentrum für Ernährung nennt für die Lagerung im Haushalt etwa 7 bis 10 °C, die Verbraucherzentrale NRW 4 bis 8 °C – entscheidend ist vor allem, Wärme und Licht zu vermeiden und die Knollen nicht dauerhaft im kalten Kühlschrank zu lagern. Für kleinere Mengen eignen sich Papiertüten oder Jutesäcke; geschlossene Folienbeutel sind wegen möglicher Feuchtigkeits- und Schimmelbildung ungeeignet.
Kühl, dunkel, trocken und luftig – darauf kommt es an
Kartoffeln reagieren bei der Lagerung besonders auf Wärme und Licht. Zu warme Lagerung fördert das Austreiben, während Licht grüne Stellen begünstigt. Grünfärbung ist selbst nicht der problematische Stoff, kann aber auf erhöhte Gehalte an Glykoalkaloiden wie Solanin hinweisen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb ausdrücklich eine kühle, dunkle und trockene Lagerung. Zusätzlich sollte Luft zirkulieren können, damit sich keine Feuchtigkeit staut.
Welche Temperatur ist für Kartoffeln richtig?
Die Empfehlungen unterscheiden sich etwas. Das Bundeszentrum für Ernährung nennt für die Lagerung im Haushalt 7 bis 10 °C, während die Verbraucherzentrale NRW 4 bis 8 °C als ideal bezeichnet. Das ist kein Grund, mit dem Thermometer die Speisekammer zu bewachen. Für zuhause ist die praktische Richtung entscheidend: möglichst kühl und frostfrei lagern, ohne die Kartoffeln unnötig warm stehen zu lassen. Sehr niedrige Temperaturen sind ebenfalls ungünstig, weil dabei Stärke verstärkt in Zucker umgewandelt werden kann und sich Geschmack sowie Verarbeitungseigenschaften verändern können.
Kartoffeln zuhause richtig lagern
- Einen möglichst kühlen, dunklen, trockenen und frostfreien Platz wählen. Ein geeigneter Keller oder kühler Vorratsraum ist dafür besonders günstig.
- Kleinere Mengen in einer Papiertüte oder einem Jutesack aufbewahren. Auch eine lichtgeschützte Vorratsbox ist nur dann sinnvoll, wenn ausreichend Luft zirkulieren kann.
- Kartoffeln aus geschlossenen Kunststoff- oder Folienbeuteln herausnehmen oder die Verpackung weit öffnen. In schlecht belüfteter Folie kann sich Feuchtigkeit sammeln und Schimmelbildung begünstigen.
- Die Knollen vor Licht schützen. Stehen sie in einem helleren Vorratsbereich, brauchen sie eine lichtundurchlässige Abdeckung oder einen dunklen Behälter.
- Kartoffeln locker lagern und nicht unnötig hoch aufeinanderstapeln. Druckstellen können die Qualität beeinträchtigen und Verderb fördern.
- Den Vorrat regelmäßig kontrollieren und beschädigte, feuchte oder faulende Knollen aussortieren, damit sich Verderb nicht unbemerkt im ganzen Vorrat ausbreitet.
Was tun, wenn kein kühler Keller vorhanden ist?
Ohne geeigneten Keller ist der kühlste dunkle Vorratsplatz in der Wohnung die praktischste Lösung, zum Beispiel ein kühler Vorratsraum oder ein möglichst wenig beheizter Bereich. Die Verbraucherzentrale NRW nennt auch ein Vorratsregal mit einer Dunkelbox als mögliche Lösung. Ist die Wohnung insgesamt deutlich wärmer als die empfohlenen Lagerbereiche, lässt sich das Keimen nicht vollständig verhindern. Dann ist es sinnvoller, kleinere Mengen einzukaufen und häufiger nachzukaufen, statt einen großen Kartoffelvorrat lange bei Zimmertemperatur zu lagern.
Gehören Kartoffeln in den Kühlschrank?
Für die normale längerfristige Lagerung im Haushalt ist der Kühlschrank nicht die erste Wahl. Das Bundeszentrum für Ernährung nennt 7 bis 10 °C als ideale Lagertemperatur im Haushalt und weist darauf hin, dass niedrigere Temperaturen die Umwandlung von Stärke in Zucker fördern können. Ein kühler, dunkler und gut belüfteter Vorratsplatz ist deshalb vorzuziehen. Fehlt ein solcher Platz, löst der Kühlschrank das grundsätzliche Lagerproblem also nicht besonders elegant – kleinere Einkaufsmengen sind dann meist die praktischere Strategie.
Typische Lagerfehler
- Kartoffeln offen im Licht liegen lassen: Licht fördert die Grünfärbung der Knollen.
- Kartoffeln dauerhaft in einer warmen Küche lagern: Wärme beschleunigt das Austreiben.
- Kartoffeln im geschlossenen Folienbeutel lassen: Feuchtigkeit kann sich stauen und Schimmel oder Fäulnis begünstigen.
- Kartoffeln feucht lagern: Für die Lagerung sollen die Knollen trocken bleiben.
- Große Vorräte ohne geeigneten kühlen Lagerplatz kaufen: Je wärmer die Umgebung ist, desto schwieriger wird eine längere Lagerung.
- Kartoffeln zusammen mit Zwiebeln lagern: Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, beide getrennt aufzubewahren, da die gemeinsame Lagerung das Keimen und Faulen von Kartoffeln begünstigen kann.
So erkennst du, dass der Lagerplatz funktioniert
- Die Kartoffeln bleiben fest und trocken.
- Es bilden sich nicht schon nach kurzer Lagerung neue Keimansätze.
- Die Schale entwickelt keine neuen grünen Bereiche durch Lichteinwirkung.
- Im Behälter sammelt sich keine sichtbare Feuchtigkeit oder Kondenswasser.
- Es entsteht kein muffiger oder fauliger Geruch.
Wie lange Kartoffeln haltbar sind, lässt sich nicht pauschal sagen
Die mögliche Lagerdauer hängt unter anderem von Sorte, Erntezeitpunkt, Ausgangsqualität und tatsächlichen Lagerbedingungen ab. Frühkartoffeln besitzen eine weniger ausgereifte Schale und sind laut Bundeszentrum für Ernährung deutlich schlechter für längere Lagerung geeignet als spätere Kartoffeln. Eine feste Haltbarkeitsangabe für alle Kartoffeln wäre deshalb irreführend. Entscheidend ist, den Vorrat regelmäßig zu kontrollieren. Wie bereits grüne oder gekeimte Kartoffeln anschließend beurteilt werden, wird separat auf der Küchenwissensseite „Grüne oder keimende Kartoffeln – noch essbar oder weg damit?“ behandelt.
Quellen
- Bundeszentrum für Ernährung – Kartoffeln: Vom Einkauf in die KücheStand 06.03.2026. Verwendet für Lagerbedingungen im Haushalt, Temperaturbereich von 7 bis 10 °C, geeignete Verpackungen, Kühlschrank-Einordnung und Unterschiede bei der Lagerfähigkeit.
- Verbraucherzentrale NRW – Kartoffel: die richtige LagerungStand 20.01.2026. Verwendet für den empfohlenen Bereich von 4 bis 8 °C sowie die Lagerung kühl, dunkel, trocken und gut belüftet und die Dunkelbox als Lösung im Vorratsbereich.
- Bundesinstitut für Risikobewertung – Fragen und Antworten zu Solanin (Glykoalkaloiden) in KartoffelnVeröffentlicht am 23.04.2018. Verwendet für die sicherheitsrelevante Empfehlung, Kartoffeln kühl, dunkel und trocken zu lagern, sowie für die Einordnung grüner Stellen und Glykoalkaloide.